'Reason for Hope'

Reintroduction of the Northern  Bald Ibis in Europe

Brutgebiet Burghausen

Lokale Partner: Stadt Burghausen, Umweltamt; Bund Naturschutz in Bayern e.V.

Koordinaten: 48° 9'8.73"N, 12°47'56.99"E (Brutanlage Laimgrube),48° 9'22.36"N, 12°49'31.09"E (Brutanlage Burg zu Burghausen, Wehrmauer). Anfang 2015 sind die Waldrappe in die Brutanlage Burg zu Burghausen umgezogen, in der Brutanlage Laimgrube befinden sich seitdem keine Vögel mehr. 

Lageplan

Burghausen in Bayern ist seit der Bayerischen Landesgartenschau 2004 ein Standort des Waldrapp-Projektes. Ab 2007 wurden im Rahmen von insgesamt vier menschengeführten Migrationen handaufgezogene Jungvögel von Burghausen aus östlich um die Alpen in das Wintergebiet in der Toskana geführt. Detaillierte Informationen zu den Burghauser Aktivitäten im Rahmen des Waldrapp-Projektes erhalten Sie auf der Website der Kreisgruppe Altötting des BUND-Naturschutz in Bayern.

Am 28. Juni 2011 kehrte erstmals ein Waldrapp selbständig aus der Toskana nach Burghausen zurück. Es war der weibliche Waldrapp namens GoJa. Seitdem migrieren jährlich im Frühjahr Vögel aus der Toskana nach Burghausen und zurück.

Bereits Anfang April kommen die ersten Vögel in Burghausen an und beginnen mit der Balz und Brut. Ab zirka Mitte Juni werden die Jungvögel flügge. Etwa ab Anfang August verlassen die Vögel wieder das Brutgebiet. Oft bleiben sie noch über Wochen im nördlichen Alpenvorland und suchen reichhaltige Mähwiesen zur Nahrungssuche auf. Sporadisch kehren sie in der Zeit nach Burghausen zurück, nutzen aber kaum mehr die Brutnischen als Schlaf- oder Rastplatz. Im September beginnt die eigentliche Migration in den Süden, wobei sich die Jungvögel zugerfahrenen Artgenossen anschließen und ihnen ins Wintergebiet folgen.

Burghausen besitzt die weltlängste Burg. In einem Museum auf der Burg ist auf einem Altarbild aus dem 15. Jahrhundert in einer Ölbergszene ein junger Waldrapp dargestellt. Ab 2015 soll die Burg zu Burghausen zudem zur neuen Heimat für die Waldrappe werden. Bereits 2014 wurden Holzstrukturen an der Wehrmauer neben dem Pulverturm montiert, westlich vom Südende der Burg, oberhalb des Wöhrsees. Ab dem Frühjahr 2015 werden die Waldrappe vom bisherigen Standort Laimgrube dorthin übersiedelt.

Die Nutzung der Wehrmauer für die Waldrappe wurde durch die Bayerische Schlösser- und Seenverwaltung genehmigt. Finanzierung, Projektkoordination und Umsetzung erfolgt über die Stadt Burghausen in enger Zusammenarbeit mit dem Waldrappteam.

Zielsetzung für Burghausen im Rahmen des LIFE+ Projektes ist die Gründung einer eigenständigen, migrierenden Brutkolonie mit 40+ Individuen bis Ende 2019.

Lesen Sie hier einen Artikel aus dem Burghauser Anzeiger zum 10-jährigen Jubiläum des Burghauser Waldrapp-Projekts. 

Das Regionalfernsehen Oberbayern war ebenfalls im Brutgebiet Burghausen zu Besuch. Der in diesem Zusammenhang produzierte Beitrag zum Thema 10 Jahre Waldrappe in Burghausen kann hier angesehen werden.

Auch 2016 besteht die Möglichkeit die freilebenden Waldrappe im Brutcamp am Pulverturm (Zugang siehe Lageplan) vor der großartigen Kulisse der Burg bei der Aufzucht der Jungvögel zu beobachten. Die Brutkolonie wird von einem Mitarbeiter des Waldrappteams gemeinsam mit freiwilligen Mitarbeitern und dem Umweltamt der Stadt Burghausen betreut.

Besuche vor Ort sind von April bis August jederzeit möglich. Insbesondere können die Vögel bei gutem Wetter täglich zwischen 16:00 Uhr und 17:00 Uhr vor Ort beobachtet werden, da zu der Zeit eine Lockfütterung stattfindet.

Darüber hinaus sind unentgeltliche Führungen nach Vereinbarung möglich.

Info und Anmeldung: burghausen[at]waldrapp.eu, +43 (0) 680 11 72 028 oder im Umweltamt der Stadt Burghausen [Tel: +49 (0) 8677 877308].